Erste Symptome und Anzeichen der rheumatoiden Arthritis

Erste Symptome – Rheuma im Fingergelenk und weitere Anzeichen

Typische Beschwerden bei der rheumatoiden Arthritis sind anfangs Schmerzen, Schwellung und Morgensteifigkeit. Oft sind die Fingergelenke betroffen.

Die rheumatoide Arthritis (RA) zählt zu den chronisch-entzündlichen rheumatischen Erkrankungen. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene Gewebe bekämpft, in dem Fall die Gelenke. Vorwiegend sind Hand- und Fingergelenke betroffen. Aber nicht nur. Es handelt sich um eine chronische Entzündung, die auf den gesamten Organismus übergreifen kann.

Die Symptome und der Verlauf können individuell sehr unterschiedlich sein. Die rheumatoide Arthritis kann plötzlich, aber auch langsam und zunächst unbemerkt auftreten.

Allgemeine Anzeichen und Symptome

Die ersten Anzeichen einer rheumatoiden Arthritis sind meist unspezifisch. Häufig bei rheumatoider Arthritis sind Müdigkeitserscheinungen und Erschöpfungszustände, das sogenannte Fatigue-Syndrom.

Oft kommt es am Beginn zu eher unspezifischen Symptomen wie

  • Appetitlosigkeit,
  • Gewichtsabnahme
  • und erhöhter Körpertemperatur.

Das Fatigue-Syndrom tritt oft bei chronischen Erkrankungen auf und wird mit Schmerzen und Depression in Verbindung gebracht.

Trotz der chronischen Müdigkeit kommt es zu Schlafstörungen, die die Müdigkeit und Erschöpfung weiter verstärken. Die Konzentration lässt nach, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Schwindel können auftreten. Schon leichte Anstrengungen können den Erschöpfungszustand verstärken. Die chronische Müdigkeit schränkt für viele Patienten den Alltag und die Lebensqualität deutlich stärker ein als die Gelenkschwellungen.

Bei der rheumatoiden Arthritis kann die Fatigue u. a. auf eine durch die chronische Entzündung hervorgerufene Blutarmut (Anämie) zurückgeführt werden.

Erste Anzeichen der Gelenkentzündung: Schmerzen, Gelenkschwellungen Morgensteifigkeit

Im Mittelpunkt der Symptomatik stehen jedoch die Gelenke:

  • Erste Anzeichen der Entzündung der Gelenkinnenhaut sind druckempfindliche, übermäßig warme, geschwollene und manchmal gerötete Gelenke.
  • Typisch sind Gelenkschmerzen in Ruhe, vor allem in der Nacht und die sogenannte „Morgensteifigkeit“ am Morgen oder nach einer längeren Ruhepause. Im Allgemeinen dauert sie eine Stunde, kann aber auch über mehrere Stunden anhalten.

Was ist der Unterschied zwischen rheumatoider Arthritis und Arthrose (Osteoarthritis)?

Diese beiden Erkrankungen unterscheiden sich in erster Linie durch ihre Ursachen. Arthrose ist eine degenerative Erkrankung der Gelenke – keine Autoimmunerkrankung. Bei Arthrose liegt ein mechanischer Verschleiß der Gelenke zugrunde. Erste Symptome der Arthrose sind z. B. Belastungsschmerzen, Steifigkeitsgefühl und Bewegungsdefizit.

Rheuma beginnt häufig in den Fingergelenken

Rheuma beginnt oft im Fingergelenk

Die rheumatoide Arthritis befällt am Anfang häufig die Fingergelenke

Fast immer sind in der Frühphase die Hände betroffen: Handgelenk, Fingergrundgelenke und Fingermittelgelenke, häufig auch die Zehengrundgelenke. Die Symptome können aber auch an Nacken, Schultern, Ellbogen, Hüfte, Knien, Fußknöcheln und Füßen auftreten. Bei älteren Menschen können bereits am Anfang größere Gelenke wie die Schultern betroffen sein.

Ohne Therapie kann sich die Entzündung im weiteren Verlauf auf weitere Gelenke verbreiten mit Schmerzen, zunehmenden Bewegungseinschränkungen und Deformierung der betroffenen Gelenke. Die rheumatoide Arthritis kann aber auch systemisch verlaufen, d. h., sie kann auch andere Bereiche des Körpers betreffen, wie Augen, Herz, Lunge und andere. Mehr zum Verlauf der Erkrankung.

Frühe Diagnose und rechtzeitiger Therapiebeginn

Wichtig ist es, bereits die ersten Anzeichen der rheumatoiden Arthritis zu erkennen, um frühzeitig eine gesicherte Diagnose zu stellen und sofort mit einer wirksamen Therapie zu beginnen. Denn je früher die rheumatoide Arthritis erkannt und behandelt wird, desto besser kann das Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden. Wenn Sie den Verdacht haben, betroffen zu sein, dann wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Literatur:

  1. Arthrose: Gelenkverschleiß aufhalten und behandeln. www.apotheken-umschau.de, abgerufen am 20.05.2020
  2. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh). S3-Leitlinie: Interdisziplinäre Leitlinie Management der frühen rheumatoiden Arthritis, Stand: 2019
  3. Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V. Fatigue-Syndrom: Kampf gegen die bleierne Müdigkeit. www.rheuma-liga.de, abgerufen am 20.05.2020
  4. Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V. Merkblatt Rheumatoide Arthritis, 9. Auflage 2017
  5. Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V. Rheumatoide Arthritis – Therapie und Lebensperspektiven, 9. Auflage 2018
  6. Rheumatoide Arthritis: Was ist das? www.internisten-im-netz.de, abgerufen am 20.05.2020
  7. Was ist eine rheumatoide Arthritis? www.apotheken-umschau.de, abgerufen am 20.05.2020